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Freitag, der 13.

Wenn nach überliefertem Aberglauben manch einer von uns vor Angst nicht aus dem Haus gehen will, zucken andere mit der Schulter und sagen: „Das ist doch ein Tag wie jeder andere!“.
Wer hat nun Recht und was ist dran an Mythos und Aberglaube rund um den besagten von Pech und Unheil verfolgten Tag, der dieses Jahr bereits zum dritten Mal im Kalender auftaucht?

Dem Volksglauben nach ist Freitag, der 13., ein wahrer Unglückstag, der uns Unglück, Pleiten, Pech und Pannen beschert. Dieser Aberglaube ist so weit und lang verbreitet, dass es schon einen Namen für die Angst vor Freitag, dem 13., gibt, die sogenannte Paraskavedekatriaphobie. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab: Paraskave = Freitag, Dekatria = dreizehn, Phobie = Furcht. Wer davon betroffen ist, darf sich jedes Jahr auf’s Neue, mindesten einmal und höchstens dreimal, mit seinen Ängsten auseinandersetzen.

Nur warum fällt diese Angst gerade auf dieses Datum? Wenn man nur ein bisschen nachforscht, stellt man fest, dass sowohl Wochentag als auch Zahl in allen christlichen Kulturen als Unglücksboten galten. An einem Freitag wurden Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten und dadurch die Sünde in die Welt brachten. Die Zahl 13 hingegen verdankt ihren schlechten Ruf, dem alten Dutzend, denn diese Zahl symbolisiert Vollkommenheit und Ordnung und gilt auch in anderen Kulturen als heilig. So gibt es in den antiken Sagen die 12 Hauptgötter der Römer und Griechen, die 12 Apostel, 12 Sternzeichen und nicht zu vergessen: Jedes Jahr besteht aus 12 Monaten und jeder Tag und jede Nacht haben jeweils 12 Stunden. Die 13 hingegen stört diese Ordnung der Dinge, steht damit für Chaos und wird auch im deutschen Volksmund als „Teufelsdutzend“ bezeichnet.

Am häufigsten wird jedoch das Neue Testament der Bibel zitiert. Das letzte Abendmahl nahm Jesus zusammen mit seinen zwölf Jüngern ein, womit wir somit auf eine Anzahl von 13 Teilnehmer kommen. Die unglückbringende 13 Person ist der Verräter Judas, der Jesus an die Römer auslieferte. Jesus selbst starb an einem Freitag, dem Karfreitag. Somit war auch der Freitag von Trauer und Unheil überschattet und noch heute gilt im katholischem Christentum der Freitag als ein Trauertag.

Nicht zu vergessen sind auch die Mythen und Geschichten rund um die Tempelritter, als der mächtige Orden am Freitag, dem 13. Oktober 1307 über Nacht in Folge einer Verhaftungswelle ausgelöscht wurde. Oder der amerikanische Börsenkrach von 1929, der aber eigentlich schon am Donnerstag stattfand oder in jüngster Zeit das Schiffsunglück der Costa Concordia an einem Freitag, dem 13.

Ganz gleich welchen Ursprungs, so hat sich der Mythos um Freitag, den 13. soweit verbreitet und gefestigt, dass viele Fluggesellschaften auf die Reihe 13 verzichten und selbst in einigen Hotels wird der 13. Stock einfach übersprungen oder unbenannt, wie auch teilweise Zimmer mit der Nummer 13.

Wichtige Termine und Entscheidungen werden gerne vertagt. Selbst bekannte Persönlichkeiten aus der Geschichte wie unser erster deutscher Reichskanzler Otto von Bismarck sollen nie an einem 13. Verträge unterschrieben haben und auch Napoleon Bonaparte führte an keinem 13. eine Schlacht. 

Der Abergläubische hütet sich allgemein vor allen Unglücksboten und schützt sich lieber mit Glückssymbolen wie dem Glückspfennig oder Glückscent, einem vierblättrigen Kleeblatt oder einem Hufeisen und, wenn alle Stricke reißen, kann es nicht schaden, einen Schornsteinfeger anzufassen, denn dieser bringt bekanntermaßen immer Glück.

Apropos Glück. Nicht überall wird die 13 mit Unglück in Verbindung gebracht. In China, Japan und in Mexiko ist die 13 eine Glückszahl wie auch in der jüdischen Tradition. Dort ist sie sogar ein Symbol Gottes, weil sie über der 12 steht.

Der Aberglaube ist so alt wie die Menschheit selbst und, ob man nun daran glaubt oder nicht, statistisch gesehen passieren an einem Freitag, dem 13., genauso viele Unglücke wie an jedem anderen Tag auch. Jedoch kann es sicherlich nicht schaden, wenn man nicht unter einer Leiter hindurchgeht, man beim Anstoßen seinem Gegenüber direkt in die Augen blickt und man um Spiegel und schwarze Katzen einen großen Bogen macht, denn man weiß ja nie...

Kommentare   

+515 #2 Katja Moltmann 2015-11-29 18:57
Oh ja. :D Find ich auch :D Blog doch mal öfter was. Freu mich immer sehr, wenns von dir wieder was zu lesen gibt. :D
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+523 #1 Tine 2015-11-27 21:54
Schön das du wieder schreibst :-)
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  • Michael 14.02.2017
    Das stimmt. Leider gab und gibt es immer diese Models,Stars und Sternchen,die in den Olymp der ...

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    Schönen Valentinstag :-)

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    In diesem Sinne auf ein neues aufregendes Jahr :D ...und mehr von Ihnen Alles gute

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  • Hubert 23.12.2016
    Vielen Dank Conny für die schönen Worte und für dich auch alles Gute für das neue Jahr

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